Orte der Liebe

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Heiligtümer dieser Welt

Heiligtum

Wege zum Sein

Im Heiligtum preisen wir alle Leiblichkeit, weil alles Leben ein körperliches Werden ist, in dem allein die Belebung der Welt besteht und die Teil an einem göttlichen Sein hat. Das Lebende selbst, also auch der Mensch, indes wird in jedem Augenblick seiner Existenz nur durch das Zusammenspiel der daran beteiligten einzelnen Glieder bewirkt. Hierzu formt sich die Energie des göttlichen Seins, das wir in personalisierter Form Göttin nennen, zur allgemeinen Lebenskraft. Das Göttliche aber spiegelt sich in der Schönheit allen Werdens, den Körpern, der Lust und Liebe und dem Glück. Zu ihm und dessen Sein findet der Mensch daher ausschließlich über seine Leiblichkeit zurück, durch ein leibliches Gebet, mit dem er in der Vereinigung mit anderen dem Göttlichen dient, indessen nicht im Geiste, noch weniger im Tod, wie in den Grundaussagen des Heiligtums der sieben Göttinnen niedergelegt.



Hinweis


Eine alphabetische Zusammenfassung der Grundaussagen des Heiligtums finden sich im

Lexikon zum Heiligtum der Sieben Göttinnen

sowie dem

Glossar zum Lexikon

Häufig gestellte Fragen / Frequent Asked Questions beantwortet im Unterblog Heiligtum der Sieben Göttinnen FQA die Virtuelle Priesterin Lea

Übersicht häufig gestellter Fragen / FAQ


Dienstag, 21. Dezember 2010

Allein der Leib der Göttin entgrenzt die Nächstenliebe

Soziales Grundstimulans
Das Gebot der Nächstenliebe, den Nächsten so wie sich selbst zu lieben, steht im Mittelpunkt des Christentums und wurde nach dem Markusevangelium von Jesus selbst als das nach dem der Gottesliebe wichtigste Gebot bezeichnet. In der christlich-jüdischen Tradition geht es zurück auf eine entsprechende alttestamentarische Forderung Jahwes in der Tora, die sich aber unmissverständlich nur auf die Angehörigen des eigenen Volkes bezieht. Die Ausweitung sogar auf Feinde gilt als eigentliche Leistung des Christentums. Aber auch in anderen Religionen und Kulturkreisen finden sich entsprechende Forderungen. Tatsächlich liegt der Vorstellung der Nächstenliebe eine Grundvoraussetzung für jedes Zusammenleben zugrunde, wonach ein jeder bei seinen Entscheidungen auch die Belange der Anderen so mit berücksichtigen sollte, als seien sie die Seinen. Hieraus resultiert die Verantwortung des Einzelnen, ohne die Freiheit nicht möglich wäre, und ebenso das Gefühl für Gerechtigkeit im Sinne eines advocatus publicus. Denn ein Zusammenleben gibt es nur, wenn schon in den eigenen Verhaltensweisen das erwartete Verhalten anderer seinen Niederschlag findet. Nachdem der Mensch seinen Willen frei zu fassen in der Lage ist, bedarf er eines entsprechenden inneren Stimulanses, bei seinen Entscheidungen auch die das Verhalten Anderer bestimmenden Bedürfnisse selber zu berücksichtigen. Denn ein jeder Mensch strebt bei seinen Entscheidungen nach seinem Glück, worüber ein jeder auch von jedem weiß, so dass das Glück anderer auch einen selbst betrifft. Es spricht sehr viel dafür, dass das genannte Stimulans bereits in der Hardware, zumindest in der Firmware der menschlichen Konstitution begründet ist und die Grundlage für soziale Strukturen bildet. Im Heiligtum sehen wir dies als eine Folge der verbindenden Kraft der Göttin an, mittels derer zum Leben gerichteten Energie die Welt belebt wurde. Bereits bei den unbewussten biologischen Abläufen wirken die beteiligten einzelnen Glieder, wie z.B. sich differenzierende Zellen, zusammen, was nur dadurch möglich ist, dass das Eine dabei auch das Andere berücksichtigt. Das soziale Stimulans erweist sich daher als Teil des Werdens, als was ein einzelnes Leben zu begreifen ist.  Dies stellt sich wiederum als eine Eigenschaft des allgemeinen Lebens dar, als dessen Teil der Mensch sich infolge des Bewusstseins seiner Selbst erkennt. In seiner Zugehörigkeit zu dem allgemeinen Leben  als Teil der göttlichen Kraft sieht das Heiligtum die sozialen Verpflichtungen des Menschen begründet.

Mit Ausweitung des Kreises der Nächsten verflüchtigt sich das Gebot
Auch die Liebe ist von keiner anderen Qualität, wenn auch anderer Intensität, denn sie beruht darauf, dass der Einzelne sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse unmittelbar mit denen bestimmter Anderer identifiziert, die darüber zu den Seinen werden. Das ist die Liebe, die nach dem Gebot zur Nächstenliebe Beispiel für das Verhalten den Belangen anderer gegenüber gibt, die Liebe zu sich und den Seinen gilt als Maßstab bei den eigenen Entscheidungen (bei der Bildung des Willens) für die Einbeziehung der Belange des Nächsten. Gemeint ist damit zuerst einmal der Nächste, das heißt derjenige, dem man gegenständlich gegenübersteht, der Begriff des Nächsten weitet sich dann jedoch auf alle aus, mit denen man zusammenwirkt, um Gemeinsames zu bewirken, schließlich auch auf diejenigen, mit denen man in solcher Weise verbunden ist, dass Gemeinsamkeiten dieser Art begründet werden können. Liebe, Verantwortung, Gerechtigkeit bleiben aber immer auf jeden Einzelnen bezogene Gefühle und haben nur als solche Realität. Diese verlieren sie in der abstrakten Verallgemeinerung und erleiden dabei das Schicksal aller Verallgemeinerung, indem sie ihrer nur im Einzelnen gültigen Bedeutung verlustig gehen. Als Abstraktes haben sie allein die Bedeutung, die man ihnen zuvor beilegt, diese kann beliebig sein, vor allem auch einseitigen Zwecken einzelner Anderer dienen. Daher verliert sich die Pflicht zur Nächstenliebe mit der Verallgemeinerung des Kreises, der als Nächster noch in Betracht kommt.

Allein das allgemeine Leben verbindet die einzelnen Leben
Eine weitere Einschränkung erfährt das Gebot durch die Rückbeziehung auf die sich selbst gegenüber mögliche Liebe. Dies kann einerseits nur im übertragenden Sinn gemeint sein, denn Liebe ist an sich nur in Richtung von sich auf etwas Anderes möglich. Andererseits weist dies aber zugleich auf den ebenfalls nur metaphorischen Charakter des Bildes der Liebe zu sich selbst, denn gemeint ist nicht die Liebe, sondern der natürliche Bezug des eigenen Strebens nach Glück zu eigenen Zwecken. Das Gebot zur Nächstenliebe beinhaltet daher genau besehen die Forderung, im Rahmen des eigenen Strebens nach Glück auch Ziele der Nächsten mit aufzunehmen, was bedeutet, dass der strebende Einzelne das Streben anderer nach ihrem Glück auch zum Inhalt seines Glückstrebens machen soll, denn das Streben nach Glück selbst ist zwar unveränderbar vorgegeben, indessen nicht das Ziel als Inhalt des Strebens. Das ist der Kernpunkt jeder Sozialisierung und dieser führt unmittelbar zu dem eigentlichen Grund des vorgegebenen sozialen Stimulans: es ist das allgemeine Leben, mit dem die Göttin die gesamte Welt belebt und dessen Teil auch das Leben eines jeden Einzelnen ist und das das Einzige ist, was der Einzelne selbst erleben und erfahren kann und das gleichwohl über ihn hinausweist, dessen Teil er zwar ist, ohne mit ihm identisch zu sein. In der Verallgemeinerung der Lust und Liebe finden alle Menschen zum einheitlichen Kern des Lebens, der nichts anderes als der Atem oder auch die Seele der Göttin ist. Damit steht aber zugleich fest, dass jede Forderung nach Nächstenliebe sich am eigenen Streben nach Glück nur messen kann und auch muss, oder metaphorisch formuliert, du musst den anderen nicht mehr lieben als dich selbst, du musst dich nicht anderen aufopfern, erst wenn dein Leben, dein Streben nach Glück, Raum für das Streben anderer gibt, bist du nach dem Gebot verpflichtet. Das ist auch der Kern der Lehre des Heiligtums, jeder Einzelne lebt sein Leben und bringt dieses als solches in die Welt ein, jeder ist der Nabel der Welt, denn in ihm ist die Göttin selbst zu Hause, jeder ist für sich und sein Glück selbst verantwortlich und der Göttin gegenüber allein verpflichtet, mit anderen sein Glück zu teilen. Nicht verlangt die Göttin, selbst zu leiden, um das Streben anderer nach Glück zu befördern. Vor allem aber gibt das Gebot zur Nächstenliebe keinem anderen ein Recht, die Liebe auch fordern zu können. Das Bild der Liebe zeigt deutlich, lieben kann man nur freiwillig, eine Pflicht zur Liebe ist ihr Ende. Pflichten im gesellschaftlichen Bereich, die dem Einen einen Anspruch gegen den Anderen geben, wie dieser sich zu verhalten habe, begründet nur das Recht. Dieses aber ist eine in einem festen Verfahren gebildete Übereinkunft aller Beteiligter, das eigenen Regeln und Voraussetzungen unterliegt und von deren Einhaltung seine Verbindlichkeit abhängt. Das Gebot zur Nächstenliebe berechtigt daher niemanden anders als die Göttin.

Die Impotenz, die Liebe zu vergewaltigen
Hierin besteht auch der wesentliche Unterschied zu den profanisierten Heilslehren, wie sie unter dem Namen des Sozialismus verbreitet werden. Denn diese beruhen einmal auf der Anmaßung oder auch Wahnidee, die Allmacht der Götter ersetzen zu können, zum anderen darauf, dass sie die Liebe zur Pflicht erhoben. Beides sind gleichermaßen Absurditäten einer sich nur in Gewalt äußernden Impotenz. Könnte man sie nicht stoppen und würden sie sich zur allgemeinen Lehre durchsetzen, stünden die Menschen am Abgrund. Denn zugleich, wie sie selbst die Götter und ihre Kraft ersetzen, bringen sie alles Bewirken der Menschen zum Erlahmen. Ohne Bewirken stirbt aber jede Gesellschaft. Dies zu erkennen, bedarf nichts anderes als einer nüchternen Analyse bestehender Verhältnisse. Der zunehmenden Freiheit leistungsfreien Einkommens, steht eine zunehmende Verpflichtung der dieses Einkommen erwirtschaftenden Menschen gegenüber, wie könnte es auch anders sein. Und aus diesem Konflikt heraus wird die genannte Heilslehre auch ihr Ende finden. Ihre heute noch gefeierten selbsternannten Glanzpunkte sozialer Gerechtigkeit werden einst als Beispiele ochlokratischen gesellschaftlichen Missbrauchs gegeißelt werden, bei denen auf dem Rücken des Werdens ein die Menschen zur Untätigkeit verführendes Sein vergaukelt wird. Jedes Gauklerstück aber findet stets sein entlarvendes Ende. Denn niemand hat ein Recht, das ein anderer ihn liebt und auch nicht, dass er für ihn sorgt, selbst dann nicht, wenn man es mit Solidarität verbrämt. Es gibt keine Moral und keine Ethik, die jemanden zur Forderung berechtigt, dass ein Anderer ihn aus seiner Verantwortung für sich selbst entlassen möge. Denn jeder Mensch ist für sich allein und abschließend verantwortlich, den Mangel zu beheben und den Irrtum zu vermeiden. Allein die Göttin kann von den Menschen Solidarität fordern. Diese erfüllen sie gemeinsam, wenn sie sich vereinen, um die Göttin zu verehren. Diese Gemeinsamkeit schafft den Zusammenhalt, der auch in das zivile Leben hineinwirkt. Das aber ist die Liebe und zwar die Liebe der Göttin, die in allen brennt. Ihr entstammt die Sorge für die Kinder, die Seinen und auch den Nächsten dann, wenn dieser ihrer bedarf, weil er sich selbst nicht helfen kann. Die Natur hat den Menschen so konditioniert, dass er für die Seinen sorgt. Damit sorgt er für sich selbst, denn nichts anderes bedeutet die Bezeichnung der Seinen, diese aber endet außerhalb der Familie und der Freunde. Erweitert wird dies um das Erlebnis der Verallgemeinerung von Lust und Liebe bei der göttlichen Vereinigung. Alles andere ist metaphorisch und entstammt dem Abstrakten mit seinem Tor zur begrifflichen Beliebigkeit. Vereinbaren können die Menschen indes weit mehr, wie sie sich auch zu weit mehr bereit erklären können und per Gesetz können sie auch diesbezügliche Pflichten begründen. Jedoch gibt es kein Gesetz, wenn es nicht selbst zu Unrecht werden will, das jemanden wirksam dazu verpflichten könnte, die Grundlage seines eigenen Lebens in Frage zu stellen, und ebenso wenig, andere zu den Seinen zu machen – denn dies verlangt Liebe und Freundschaft, die sich jeder Pflicht, auch wenn sie gesetzlich begründet wäre, entziehen. Es gibt nur einen Weg, die Liebe auszuweiten, dies geschieht in ihrer Verallgemeinerung gemeinsam mit der Lust, der Galaktisierung, um am Leib der Göttin teilzuhaben.

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